Ich kenne Angus Mitchell schon seit einigen Jahren, doch spätestens seit Frühling 2007, als er mit Robert Cromeans in Los Angeles ein Trend-Fotoshooting hatte, beobachte ich seinen Weg aufmerksamer. Regelmäßige Treffen, meist in London, erlauben es mir, den aktuellen Werdegang, zumindest subjektiv festzuhalten. Und so, wie sich Angus hier im Hair Camp präsentiert hat, kann ich nur sagen: Der Mann hat seine Mitte gefunden. Beim Interview sprühte er nur so vor Energie, Witz und Lebensfreude. Noch nie habe ich Angus so erlebt, noch nie spürte ich eine so positive Aura. Die ganze Arbeit, das viele Reisen, der Stress und die wenige private Zeit - alles schien an ihm geradezu abzuprallen. Das mehrstündige Interview mit anschließendem Abendessen, zu welchem die Familie Wild auch die Team-Führungsriege eingeladen hatte, entwickelte sich zur Angus-Alleinunterhalter-Show. Der 40-Jährige, der im Juni dieses Jahres auf Hawaii geheiratet hat, gab auch private Einblicke. Witzig, charmant und bestens gelaunt, ließ er alle in seinem Umfeld an seinem Glück teilhaben. Noch ein paar Jahre zuvor lernte ich ihn etwas reservierter kennen. Seinen Style hat er ebenso wie sich selbst neu erfunden. Im persönlichen Gespräch verriet er, dass selbst in seiner Partnerschaft der berufliche Anteil mit am wichtigsten sei und er es genieße, eine starke Frau an seiner Seite zu haben, die seinen Enthusiasmus teilt. Seit einigen Jahren fühlt er sich immer wohler bei seiner Arbeit. Er liebt, was er tut, und er hat aufgehört, zu versuchen jemand anders zu werden. Stolz ist er heute zum Beispiel darauf, mit Robert Cromeans auf der Bühne zu arbeiten. Angesprochen auf seine Tätigkeit als Seminartrainer, ist sein größter Wunsch, einen Unterschied im Leben anderer zu bewirken. Er könne das Talent fördern, aber nicht das Herz und die Seele für den Beruf.

Künstlerische Inspirationen
Die Inspirationen zu seinen neuen Kollektionen findet er derzeit in der Kunst, wobei ein kommerzieller Anspruch abgedeckt werden muss, die Arbeit im Salon umsetzbar ist und dem Betrieb gut tut. Der künstlerische Part darf dabei natürlich nicht zu kurz kommen. Neue Kreationen auf Video zu bannen, ist hierbei für ihn besonders interessant, denn so lebt die Arbeit für immer weiter. Auf die Frage, ob ein Unterschied bestehe zwischen den Friseuren zum Beispiel in Italien im Gegensatz zu Amerika, antwortete er schmunzelnd: Wie sagte einst ein Kenner der Branche - ja, es besteht ein deutlicher Unterschied. Der amerikanische Friseur spricht kein italienisch! Aber dennoch verriet er einen kleinen Unterschied im Hinblick auf die deutschen Friseure. Diese seien äußerst exakt, hier zähle beim Schulen jedes kleine Detail für die Teilnehmer. Sein Fazit ist, jede Technik und jede Aktivität im Voraus auf die drei wichtigen Fragen hin zu überprüfen: Wie (muss es gemacht werden), warum (so und nicht anders) und wann (der richtige Zeitpunkt).
Vielfältige Workshops
Neben diversen Schnitt- und Farbseminaren wurde im PAUL MITCHELL® Hair Camp 2010 noch einiges mehr geboten. Bei Ultimate Face & Texture erfuhr man alles über die neuen Kosmetikprodukte und deren Anwendung sowie zu Struktur-Veränderungen durch Relaxer (Glättungsmittel) und Welltechniken. Auch Style & Finish kam in einem eigenen Workshop nicht zu kurz, genauso wenig wie das Thema Longhair. Die obligatorische Hawaii-Party zum Abschluss des ersten Seminartages durfte selbstredend nicht fehlen. Hier wusste Reinhold Wild durch die Auswahl seines Outfits einmal mehr auf sich aufmerksam zu machen.
Eine internationale Familie
Die Meinungen der aktiven Teilnehmer vor Ort waren eindeutig: Nicht nur schöner und größer als im Vorjahr sei das Event gewesen, auch das persönliche Kennenlernen in den Workshop-Gruppen blieb gewährleistet. So lässt sich die Gemeinschaft auch leben. Die Aussage - Wir sind eine große Familie - ist hier tatsächlich spürbar. Nicht nur aus allen Teilen Deutschlands waren die Teilnehmer angereist, eine ganze Klasse setzte sich gar aus russischen Stylisten zusammen. Auch unsere Nachbarn aus Österreich waren zahlreich vertreten. Die Meinungen auch hier einhellig: Almira aus Bischofshofen fand das gesamte Wochenende super. Sie habe viel gelernt und freue sich darauf, die neuen Schnitte und Farben bald umsetzen zu können. Alles in allem war das Hair Camp 2010 eine „runde Sache". Selten habe ich eine so reibungslose Veranstaltung erlebt. Die Zeitpläne wurden eingehalten, nicht einmal ein Feueralarm konnte die Workshops durcheinander bringen. Für alle PAUL MITCHELL® Jünger wird dies sicher lohnenswertes Event gewesen sein.
Text und Fotos: Michael Hunger
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