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Frische Gewinnsätze von Dieter Schneider

Jedes Wort - ein Wort der Beschwörung. Welcher Geist ruft - ein solcher erscheint.

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Brandheisser Artikel

Interview mit Dieter Schneider

Diplom-Kaufmann Dieter Schneider kennt wie kaum ein anderer die wirtschaftlichen Aspekte des Friseurhandwerks aus erster Hand. Seit vielen Jahren ist er dem deutschen Friseurhandwerk eng verbunden. Wir haben mit ihm über die Zukunft der Branche gesprochen.

Nach einem betriebswirtschaftlichen Studium arbeitete Dieter Schneider sieben Jahre bei Wella und baute dort unter anderem eine eigene Abteilung für die betriebswirtschaftliche Beratung des Friseurhandwerkes auf. Seit vielen Jahren ist er selbständiger Unternehmensberater, Fachjournalist und Herausgeber der MARKTLÜCKE sowie diverser Management-Bücher für Friseurunternehmer.

Dieter Schneider

Dieter Schneider

Welches sind, nach Ihrer Ansicht, insgesamt die zurzeit größten Probleme der Friseurbranche?

Objektiv ist darauf für die gesamte Branche keine Antwort möglich. Nach meiner subjektiven Sicht der Dinge sind die beiden größten Problemfelder die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs und die steuerliche Ungleichbehandlung von Friseurunternehmen.

 

Wie könnte man diese lösen?

Das kommt darauf an, wer „man“ ist...

Was den qualifizierten Nachwuchs betrifft:

Die Politiker: Abschaffung jeder Art der Subventionierung von Ausbildungsverhältnissen.

Alle wichtigen Marktteilnehmer: Gemeinschaftsaktivitäten mit anderen Marktteilnehmern zur Gewinnung von qualifizierterem Nachwuchs. Dabei sollte die qualitativ gute Ausbildung und gute Bezahlung in einzelnen Friseurunternehmen und nicht in der gesamten Branche herausgestellt werden.

Der einzelne Friseurunternehmer: Noch bessere Ausbildung, noch bessere Bezahlung der Mitarbeiter, aktive Werbung und PR für die eigenen Ausbildungs- und Arbeitsplätze, vor allem im Internet und die Mitarbeit bei der Interessenvertretung für die Branche.

Was die steuerliche Ungleichbehandlung betrifft:

Die Politiker: Abschaffung der 17.500-Euro-Regelung

Die Verbandsorganisation: Drängen der Politiker dazu

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Branche mittel- und langfristig?

Einzelne Friseurunternehmen haben hervorragende Chancen. Qualitativ hochwertige Friseurdienstleistungen werden immer seltener bei weniger nachlassender Nachfrage nach solchen hochwertigen Dienstleistungen. Für weniger gute Friseurdienstleistungen gibt es auch einen großen Markt, wenn die Preise niedrig sind. Mit niedrigen Preisen ist aber nur mit organisiertem Discount oder in der Schattenwirtschaft gutes Geld zu verdienen.

 

Welche Fehler wurden aus Ihrer Sicht in der jüngeren Vergangenheit gemacht?

Fehler, auch in der jüngeren Vergangenheit, sind nur dann von Erkenntniswert, wenn sie sich in Zukunft fortsetzen. Die Fehler, die einzelne Friseurunternehmer machen, sind zu unterschiedlich, um sie mit wenigen Worten zusammenfassen zu können. Häufige, aber im Grunde uralte Fehler: Fehlendes systematisches Qualitätsmanagement, falsches oder fehlendes Ausbildungskonzept, unzureichende Werbung für die Ausbildungs- und Arbeitsplätze, falsche Lohnpolitik, falsches Einkaufskonzept, unzureichendes Beratungskonzept, fehlendes unternehmerisches Konzept.

 

Wo sehen Sie in Zukunft noch Potenzial für Saloninhaber?

Indem die gerade genannten Fehler abgebaut und die in diesen Bereichen vorhandenen Stärken ausgebaut werden.

 

Ihre Vision für die Zukunft der Friseure? Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Trends?

Ich bin skeptisch gegenüber allen Visionären und möchte auch selbst keiner sein. Das gleiche gilt für Trendforscher, die meistens nichts anderes machen, als Trends aus der Vergangenheit in die Zukunft zu verlängern. Der Trend zur Polarisierung der Betriebsgrößen und der Dienstleistungsqualität in der Vergangenheit wird sich – wenn die Bedingungen gleich bleiben – auch in Zukunft fortsetzen. Eines ist aber sicher: Die Bedingungen bleiben nicht gleich. Dafür nur zwei Beispiele:

Griechenland und andere EU-Länder können über kurz oder lang pleite gehen. Welche Auswirkungen das für uns in Deutschland und dann auch für unsere Branche hat, weiß kein Mensch.

Ob die Energiewende in Deutschland zu örtlichen und zeitlichen Stromsperren führt, weiß auch niemand. Als Friseurunternehmer würde ich mir jedenfalls vorsorglich einen Stromgenerator anschaffen.

Und zu Modetrends:

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich die Mode oder sie bleibt wie sie ist.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.marktluecke-verlag.de.

 

Fotos: Priscilla Collection

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